Freitag, 18. Oktober 2013

Shanghai (2/2)

Am 2. Tag bin ich nach dem Frühstück im Hostel mit Leo aus Hamburg und seiner Freundin Scarlet aus Guangzhou nach "Shanghai Venice" gefahren. Dabei handelt es sich um eine Stadt am Rande Shanghais, die eigentlich Suzhou heißt.



Den Namen "Shanghai Venice" oder "Vendedig des Ostens" trägt sie, weil sie wie Venedig von Kanälen durchzogen ist.
Suzhou ist ca. 2500 Jahre alt und eine bedeutende historische Sehenswürdigkeit, die auch unter UNESCO-Weltkulturerbe steht. Um den historisch erhaltenen Stadtkern herum gleicht sie dann aber doch jeder anderen Chinesischen "Kleinstadt" (hat ja nur 4 Millionen Einwohner): Hochhäuser, Stadtautobahnen und ausgestattet mit unzähligen KFC und McDonald's-Filialen.

Wir fuhren von Shanghai 3 Stunden mit dem Bus nach Suzhou um uns anschließend ins Gedränge zu stürzen!
Denn wie jede andere Attraktion war auch Suzhou in der Ferienzeit ein Meer von Menschen, was in den vielen kleinen schmalen Gassen im historischen Zentrum zum Abenteuer wurde.
Nachdem wir die Stadt zu Fuß erkundet hatten, ließen wir uns noch ein wenig in einer der Gondeln durch die Kanäle schippern. Wir hatten fantastisches Wetter, die Stadt war abgesehen vond dem wahnsinnigen Gedränge wunderschön und wir 3 hatten einen schönen Tag, der nach 3 Stunden Rückfahrt in einem fantastischen Thai-Restaurant seinen "kulinarischen Höhepunkt" fand.

Abends sind wir TTC-ler noch alle ins Helen's gegangen: eine Mischung aus Bar, Club, Restaurant und Frühstücksoase. "Helen's" haben wir in Beijing zu lieben und schätzen gelernt, daher mussten wir natürlich auch dem "Helen's" in Shanghai einen Besuch abstatten.

Und so fand mein kurzer Aufenthalt in Shanghai einen gebührenden Abschluss.


Am nächsten Morgen bzw Mittag ging es auch schon wieder nach Hause:
Caro und ich nahmen den Zug nach Nanjing wo wir nach einer kurzen und spritzigen Fahrt von 4 Stunden ankamen.
Da wir dort fast 7 Stunde Zeit hatten, entschlossen wir uns spontan mit der U-Bahn irgendwohin zu fahren.
Wir stiegen also an einer x-beliebigen Haltestelle aus und...jetzt würde ich gerne schlafen gehen:
"Nanjing und die Heimreise" kommt bald!

;-)

Sonntag, 13. Oktober 2013

Shanghai (1/2)

Am 02.10. war es dann soweit: Caro und ich fuhren morgens mit dem Taxi zum Bahnhof nach Weihai und nach kurzem Security-Check saßen wir im Zug nach Xuzhou. (In China werden in allen Bahnhöfen Passagiere und Gepäck auf Waffen oder andere gefährliche Objekte kontrolliert, wie man es in Europa nur von Flughäfen kennt.)

Da es sich ja um die Zeit um den Chinesischen Nationalfeiertag handelte war also halb China in dieser zeit unterwegs. Dies war auch der Grund warum wir erst am 2. und nicht schon am 1. Oktober losfuhren - wir hatten keine Zugtickets mehr bekommen.
Die 12-stünidge Zugfahrt nach Xuzhou verbrachten wir "umzingelt" von Chinesen, da wir einerseits große Attraktionen waren, andererseits war der gesamte Zug komplett vollgestopft mit Menschen.
Wir hatten mit unseren Sitzen, die wir uns mit 2 anderen Chinesen teilten ja noch großes Glück;
andere Fahrgäste schlugen mit Hilfe von Zeitungen, Anglerstühlen, umgedrehten Eimern oder ihren eigenen Rucksäcken ihr Lager in den Gängen, vor der Toilette, unter dem Waschbecken, über dem Waschbecken, zwischen den Sitzen oder vor den Kabinen des Zugpersonals auf.
Die ganze Fahrt war jedoch sehr anstrengend, da man sich 1. kaum bewegen konnte und 2. permanent Action ist. Ständig wurden überall lautstarke Diskussionen geführt, die sich gut und gerne mal über ein halbes Abteil erstrecken konnten.
Ich habe den Großteil der Zugfahrt mit Lesen (Hitonari Tsuji - Warten auf die Sonne) und Essen verbracht. ;-)
In Xuzhou angekommen stürmten Caro und ich auf der Suche nach Abendbrot in das bahnhofsnahe McDonald's, es war ja schon halb 10.
McDonald's ist ja bekanntermaßen ein klassisches Element der tradionellen Küche Chinas und so versuchten wir uns an regionalen Köstlichkeiten, die so exotische Namen wie Big Mac, Pommes und McSundae trugen. Um diese wertvolle Chinaerfahrung bereichert gingen wir zurück in das Bahnhofsgebäude, durchliefen erneut den Security-Check und warteten in der dafür vorgesehenen Wartehalle, denn unser Zug hatte Verpätung. Die geplante Abfahrt war auf 23 Uhr angesetzt, jedoch korrigierte die Anzeigetafel diese in regelmäßigen Abständen nach hinten: 23.14 Uhr.........23.27 Uhr.........23.44 Uhr.........23:55 und so weiter. Kurz vor Mitternacht kam plötzlich eine Mitarbeiterin der Bahngesellschaft auf Caro und mich zuund bedeutete uns durch Gesten ihr doch bitte zu folgen.
Etwas überrascht und verunsichert schnappten wir unser Gepäck und liefen ihr hinterher. Zu unserer Verwunderung führte man uns aus dem völlig überfüllten Warteraum hinaus und "setzte" uns am Gleis ab. Der Sinn der ganzen Aktion ist uns heute noch nicht klar, die Situation war jedoch zu unserem Vorteil: Wir konnten, als der Zug ca. 10 Minuten nach Mitternacht eintraf, ganz gemütlich ohne Gedränge unsere Sitze suchen, unser Gepäck verstauen und uns niederlassen. Nur 3 Minuten später hörten wir in der Ferne schon ein dumpfes Grollen und 10 Sekunden später wurde der Zug dann von den anderen Fahrgästen regelrecht gestürmt.

Auch hier das gleiche Bild; Menschen überall, eine Frau schlief sogar unter meinem Sitz!
Die Nacht auf dem Sitz war eng, laut, unbequem und so weiter und sofort.
Um 9 morgens kamen wir dann endlich in Shanghai an, wir waren mittlerweile seit 24 Stunden unterwegs. Kurzes Frühstück (McDonald's *räusper*), Taxi geschnappt, im Hostel eingecheckt und dann innigst die lang vermissten Freunde aus der Peking-Zeit begrüßt.

Ich habe mich dann einer Gruppe von überwiegend Schweden angeschlossen und wir haben den Art District in Shanghai erkundet, der einiges an moderner, zeitgenössischer wie auch traditionellerer Chinesischer Kunst zu bieten hatte, auf jeden Fall sehr sehenswert. Desweiteren sind wir einfach durch die Innenstadt geschöendert, haben Kaffee getrunken, gegessen (diesmal tatsächlich Chinesisch) und gequatscht. Abends wartete dann ein absolutes Highlight: Jacky, ein in Kanada lebender Chinese, der zur Zeit kurzfristig in China ist, hatte uns einen Tip gegeben, wo es den besten Ausblick auf Shanghai gebe. Und so schlenderten wir den Bund entlang bis wir an einem der unzähligen Kolonialbauten ankamen. Es handelte sich hierbei um ein 5 Sterne-Hotel, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Unser Ziel hieß jedoch "New Heights", eine Bar auf dem Dach dieses Hotels. Aufgrund der hohen Preise bestellten wie alle jeweils nur einen Drink, aber diese Aussicht war der Wahnsinn.
Da ich die Bilder dieses Tages noch nicht habe, hier ein paar Links:

Bild 1
Bild 2

Dort haben wir dann den Abend verbracht und sind dann später per Taxi zurück ins Hotel gefahren, wo ich dann ENDLICH meine müden Knochen in einem richtigen Bett ruhen lassen konnte! :-P
Teil 2 mit Fotos (!) kommt bald. ;-)

Liebe Grüßäää

Samstag, 28. September 2013

Warum Sonntag morgen Freitag ist

Ich hatte ja bereits angedeutet, dass es einige Probleme mit meiner Schule gab:
Ich durfte nämlich bisher nur schweigsam dem Englischunterricht anderer Lehrer beiwohnen, der zu 99% auf Chinesisch ablief. Das war nicht nur langweilig, es war auch nicht meine vorgesehene Aufgabe. Den Rest der Zeit musste ich mit Caroline im Büro absitzen.
Nachdem ich also 2 Wochen damit verbrachte zu observieren und dafür zu kämpfen, dass meine Schule(n) endlich den unterzeichneten Vertrag einhalten und mich mindestens 10 Stunden die Woche unterrichten lassen, konnte ich am Mittwoch endlich meine erste Unterrichtsstunde halten.

Laut Stundenplan sollte ich die sogenannte "Interesting English Class" leiten, die Aufgabe klang recht simpel: "Schau dir mit den Kindern Filmausschnitte an und werte diese aus, stelle Fragen zum Inhalt, analysiere wichtige Szenen - kurz; mach es interessant und abwechslungsreich."
Diese Auskunft bekam ich übrigens am Dienstag Abend. Da mir niemand Auskunft darüber erteilen konnte, was wir da anschauen sollten, verließ ich mich einfach mal auf meine Improvisationskünste.
In der Schule angekommen, kam es wie es kommen musste: Die Technik funktionierte nicht.
Vorrauschauend wie ich war, hatte ich einen Notfallstundenplan vorbereitet. Vergesslich wie ich bin, lag dieser neben meiner Müslischüssel auf dem Küchentisch zu Hause.
Die Frage an die eigentliche Englischlehrerin der Klasse, welches Thema denn das letzte gewesen sei oder ob es ein Thema gebe, das ich unterrichten könnte, wurde mit "Oh...ehh..I don' know" beantwortet.
Ich stand also vor 52 6.-Klässlern und wusste nicht so recht was zu tun war.
Ich fing also an aus dem Kopf meinen Notfallplan zu unterrichten, der sich nach 2 Minuten als viel zu schwer für die armen Schüler erwies.
Daraufhin fragt ich erneut bereits erwähnte Englischlehrerin (die eigentlich meine Assitentin sein soll) nach einer Idee.
Ihre Antwort: "Let them make some name tags  and teach them how to introduce themselves.." - nicht sehr aufregend, aber machbar.
Als eben jene 52 6.-Klässler mit dem Beschriften ihrer Namensschilder beschäftigt waren, öffete sich die Tür  und (ÜBERRASCHUNG) eine 8. Klasse von weiteren 52 Schülern stürmte das Klassenzimmer - man teilte mir mit, dass das so sein müsse.
Nun gut, da saßen also 104 (!!!) Kinder und eine eher schweigsame "Assistentin" vor mir und ich sollte "mal was machen".
"How to introduce yourself" mag ja für 6.-Klässler noch angemessen sein, bei den 8.-Klässlern sorgte dies jedoch für Langeweile.
Da mir dann aber spontan nicht einfiel, wie man 104 Kinder mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen unterrichten sollte, zog ich die "Introduction"-Theamtik einfach durch.

Fazit: Es war für alle beteiligten verwirrend, für die meisten Schüler langweilig und ich war froh, dass irgendwie überlebt zu haben.

Am Donnerstag und Freitag konnte ich jeweils 2 Unterrichtsstunden mit Lehrbuch (das macht es viel einfacher) und vorgegebener Thematik unterrichten. Das lief abgesehen von kleinen Anfängerfehlern recht gut.

Dadurch, dass es an der JH (die Schule, die bei mir um die Ecke liegt) aber noch zu unerwarteten Ausfällen kam, durfte ich dann gestern noch spontan eine 2-stündige "E-Zone" leiten.
E-Zone steht für English Zone und ist eine eher lockere Gesprächsrunde mit Schülern unterschiedlichen Alters. Die E-Zone gestaltet sich wieder Erwarten (ich war ja wieder komplett unvorbereitet, da ich ja nur stellvertretend eingesprungen bin) sehr angenehm: Es ware ca. 10 Schüler anwesend, die meisten 19 oder 20 Jahre alt, ein Mädchen war 12 und die andere 17 Jahre alt. Alle können aber ziemlich gut Englisch sprechen und hatten konkrete Fragen und Thematiken über die sie sprechen wollten, was es es für mich viel einfacher machte. Um ehrlich zu sein, war es der erste Unterricht hier, der mir richtig Spaß gemacht hat.

Nach dieser hektischen Phase hatte ich mich sehr auf meinen Samstag gefreut.....heute Morgen klopfte dann Carro (Schwedische Version wird mit "rr" geschrieben ;-)) an meine Tür: "Niiiiick..get up!! We have to teach in 20 minutes!!"Sie hatte einen Anruf von der Schulleiterin bekommen, dass wir auch heute bitte die abwesenden Lehrer vertreten sollen.
Ich bewegte mich also halb schlafend halb panisch aus dem Bett, unter die Dusche und anschließend Richtung Schule....Auch die heutigen 4 Stunden, die ich halten musste verliefen im Großen und Ganzen, besonders in Anbetracht der Umstände, recht glatt. Thema der Stunde waren übrigens die Jonas Brothers, das Lehrbuch ließ mir keine Wahl.

Und morgen ist Sonntag, bzw. wäre morgen Sonntag, aber da in China Ferientage im Voraus oder Nachhinein abgearbeitet werden müssen, ist der morgige Sonntag ein Freitag  - die Oktoberferien stehen nämlich kurz bevor.
Und somit darf ich mich morgen auf einen weiteren Arbeitstag freuen.


Abgesehen von diesem ganzen Chaos bin ich aber sehr froh, dass ich ENDLICH mit unterrichten beginnen konnte.

Abseits vom regulären Schulleben werde ich übrigens eine Hauptrolle in einem kurzen Theaterstück spielen, welches im Rahmen einer großen Feier der Middle School No.7  vorgeführt werden wird.
Und ja, dieses Stück ist komplett in Chinesisch 12 meiner 16 Sätze kann ich bereits, aber die letzten 4 sind die längsten, mal schauen wie ich das meister. ;-)

Ich spiele also einen Ausländer, der Tai-Chi lernen möchte. Der Tai-Chi-"Meister" hat aber keine Ahnung von Tai-Chi und kann mich nicht unterrichten.Anschließend betreten "meine" Freunde die Bühne und stellen ihre Kung Fu-Fähigkeiten unter Beweis.
Da der Ausländer (also ich) aber nichts gelernt hat, kann er sein Tai-Chi nicht vorführen und  schlägt vor, etwas zu singen.
Ich fragte die "Regisseurin" (eine andere Englischlehrerin), was ich denn singen sollte.
Sie sagte "something in German."
Ich spielte ihr einige Songs auf meinem iPod vor und ihre Wahl viel auf "Bis die Sonne rauskommt" von Samy Deluxe. In der finalen Szene singe ich dann also "Bis die Sonne rauskommt" und 14 Kinder tanzen um mich herum.

Das ganze Stück soll eine Komödie sein und bei bisherigen Proben zeigte sich, dass  anwesende Zuschauer regelmäßig in schallendes Gelächter ausbrachen - scheint zu funktionieren, verstehen tu ich es (noch) nicht.

So, mal schauen wie ich mich dann bei der Aufführung schlage.
Ab Dienstag sind dann Ferien, die ich in Shanghai verbringen werde - von dort kommt sicherlich der ein oder andere neue Eintrag.

Bis dahin, 再见

Nick

Samstag, 21. September 2013

Soo flauschig! ;-)

Das Wichtigste hätte ich fast vergessen:

Wir haben eine neue Mitbewohnerin,
Beth und Eric haben sich einen Samojeden-Welpen zugelegt.

Meine Damen und Herren, hier ist Lily! ;-)






























(Ist noch flauschiger als sie aussieht..)

Seegurken an Knoblauchzehen


Mein letzter Blog-Eintrag liegt zugegebenermaßen schon ziemlich lange zurück.
Dies lag oder liegt daran, dass ich ziemlich viel Ärger mit meiner Schule hatte und habe.
Ich will zu der ganzen Sache aber nichts schreiben solange das noch nicht vom Tisch ist.

Abseits davon gab es natürlich viele schöne Momente und Erlebnisse;
 Beispielsweise wurden wir anlässlich des Mondfestes (heute ist der letzte von 3 Ferientagen) zum Essen eingeladen. Serviert wurden regionale Spezialitäten wie zum Beispiel rohe Seegurken an Knoblauchzehen (siehe Foto oben), eisgekühlte Quallensuppe und Rinderbauch.
Zur Feier des Tages wurde uns dann noch eine Schachtel koreanischer (?) Reiskuchen (siehe Foto links) geschenkt.

Ansonsten haben wir viel Zeit damit verbracht die Stadt zu erkunden, haben die Tickets nach Shanghai für die Oktoberferien gekauft, haben uns eine Massage gegönnt, Hamid ist aus Qingdao zurückgekehrt, das Wetter ist immernoch sehr sommerlich (27°C)  und morgen geht's dann wieder an die Arbeit. In China muss man nämlich Ferien und freie Tage nacharbeiten...

Sonntag, 8. September 2013

Fotos aus dem Zug (01.09.2013)

Hier sind 3 Fotos von unserer Zugfahrt nach Weihai. Ich glaube, dass dieses Bild die Atmosphäre im Zug ganz gut wiedergeben kann. ;)






















 Frühstück

Bob, Hamid und Kim genießen den einladenden Komfort der Betten. ;-)

(Hamid ist heute morgen übrigens ausgezogen und wurde alleine nach Qingdao geschickt.)